Am 20. und 21. November hatten jeweils rund 50 Auszubildende und duale Studierende der FRICKE Gruppe an zwei Tagen die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines der weltweit modernsten Produktionsstandorte für Mähdrescher und Feldhäcksler zu werfen. Die Werksbesichtigung bei CLAAS in Harsewinkel bot uns spannende Einblicke in betriebliche Abläufe und ein besseres Verständnis für die innovativen Technologien hinter den beeindruckenden Landmaschinen.
Angekommen vor Ort
Nach einer etwa dreistündigen Busfahrt wurden wir herzlich im CLAAS Technopark empfangen. Auf rund 2.500 Quadratmetern konnten wir uns zunächst eigenständig mit den beeindruckenden Maschinen und Dimensionen vertraut machen. Besonders freute es uns, an einem Anbaugerät eines Teleskopladers den vertrauten Namen „SAPHIR“ zu erkennen – eine Verbindung, die uns direkt an unser Unternehmen erinnerte.
Das CLAAS Werk in Harsewinkel, das seit 1936 über 400.000 Mähdrescher produziert hat, gehört heute zu den führenden Produktionsstandorten für landwirtschaftliche Maschinen.
Ein Rundgang durch modernste Produktionstechnologie
Die Werksführung begann mit einer Aufteilung in kleinere Gruppen, die von Audioguides begleitet wurden. Dank Kopfhörern konnten wir trotz der Geräuschkulisse in den Werkshallen alle Informationen problemlos verfolgen.
Während der Tour erhielten wir Einblicke in das beeindruckende 65 Hektar (650.000 Quadratmeter) große Werksgelände, das etwa 3.500 Mitarbeitende beschäftigt. Hier entstehen die renommierten Modelle, wie der Mähdrescher LEXION, der Feldhäcksler JAGUAR und der Traktor XERION.
Besonders faszinierend war die hochmoderne Technologie des Werks. So konnten wir autonome FTS-Fahrzeuge (fahrerlose Transportsysteme) in Aktion erleben. Diese navigierten eigenständig durch die Hallen und verdeutlichten den technologischen Fortschritt bei CLAAS. Diese FTS-Fahrzeuge konnten wir während unseres Rundgangs immer wieder beobachten, wie sie Materialien und Bauteile autonom zu den verschiedenen Stationen transportierten.
Der Grund für die hochmoderne Ausstattung und fortgeschrittene Technologie ist vor allem die neue 15.000 Quadratmeter große Halle im inneren des Werkes. Die alten Hallen aus den 1950er Jahren wurden innerhalb von nur 22 Wochen abgerissen und durch eine zukunftsweisende Produktionsstätte, nach neuesten Standards ersetzt. Ein Hauptmontageband mit beidseitig angeordneten Querbändern sorgt nun dafür, dass die Fertigung an den Maschinen wesentlich erleichtert wird.
Besonders interessant war die Erkenntnis, dass zentrale Komponenten wie Achsen, Fahrantriebe und Laufwerke von CLAAS in dem etwa 60 Kilometer entfernten Paderborn gefertigt werden. Besonders beeindruckend war zudem die Vielfalt der Schweißprozesse, die uns in zahlreichen Produktionsbereichen präsentiert wurde – vom automatisierten Roboterschweißen bis hin zum traditionellen Handschweißen. Diese Einblicke in die Fertigungsprozesse verdeutlichten uns die Unterschiede zwischen einem Produktions- und Handelsunternehmen.
Stärkung im „Casino“
Nach den informativen und beeindruckenden Einblicken in die Produktionsprozesse folgte eine wohlverdiente Mittagspause in der betriebseigenen Kantine „Casino“. Hier genossen wir nicht nur das Essen, sondern hatten auch Zeit für einen lockeren Austausch in entspannter Atmosphäre. Eine besonders wichtige Erkenntnis: Der Preis der Currywurst ist vergleichbar zu dem Preis in der FRICKE Kantine. 😉
Nach einem ereignisreichen Tag machten wir uns wieder auf die Rückfahrt in Richtung Heeslingen. Wir möchten uns herzlich bei CLAAS für die spannende Werksbesichtigung und die Gastfreundschaft bedanken. Ein besonderer Dank gilt auch der Personalabteilung der FRICKE Gruppe, die diesen Ausflug organisiert und ermöglicht hat.
Am Mittwoch, den 6. November 2024, führte das WE ACT Team gemeinsam mit vier Auszubildenden eine erfolgreiche Aktion durch: Sie reduzierten die Bildschirmhelligkeit in den Büroräumen flächendeckend auf 80%.
Diese Maßnahme bringt gleich drei positive Effekte mit sich: Durch die geringere Helligkeit wird die Augenbelastung reduziert, was den Komfort am Arbeitsplatz steigert. Außerdem trägt die Aktion zum Umweltschutz bei und senkt die Energiekosten.
Kleiner Schritt – große Wirkung
Allein durch die 20-prozentige Reduktion der Bildschirmhelligkeit können jährlich etwa 11.000 kWh Strom eingespart werden – das entspricht dem Jahresverbrauch mehrerer Einfamilienhäuser.
Besonders erfreulich war, dass viele Mitarbeiter/innen die Helligkeit ihrer Bildschirme bereits eigenständig auf 80% oder sogar weniger reduziert hatten. Dies zeigt das bereits gelebte Umweltbewusstsein innerhalb der FRICKE Gruppe.
Um die nachhaltige Wirkung der Aktion zu sichern, wurden nach der Einstellung kleine Aufkleber mit dem Slogan „WE ACT – Wir sind dabei!“ auf den Computern angebracht. Diese sollen die Mitarbeiter/innen daran erinnern, die Helligkeitseinstellungen beizubehalten und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Alltag zu fördern.
Auch für die vier Auszubildenden war die Aktion eine wertvolle Erfahrung
Sie erhielten die Gelegenheit, alle Abteilungen und Kollegen kennenzulernen und aktiv an einem Nachhaltigkeitsprojekt mitzuwirken. Diese praktische Beteiligung wurde als besondere Chance geschätzt.
Die Aktion war ein voller Erfolg und verdeutlicht, wie bereits durch einfache Maßnahmen sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Mitarbeitenden geschützt werden kann.
Nachhaltigkeitsworkshop bei FRICKE: Theorie trifft Praxis
Im Rahmen eines Nachhaltigkeitsworkshops im September, geleitet von Kirsten und Laura, erhielten die Auszubildenden wertvolle Einblicke und praktische Tipps, wie sie ihren Alltag und das Unternehmen nachhaltiger gestalten können. Ziel des Workshops war es, das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln zu vertiefen und konkrete Maßnahmen für die Umsetzung im privaten und beruflichen Umfeld zu entwickeln.
Zu Beginn des Workshops wurden die Auszubildenden in die Thematik „Nachhaltigkeit im Alltag“ eingeführt und mit grundlegenden Prinzipien sowie der Bedeutung nachhaltiger Entscheidungen vertraut gemacht.
Ein zentraler Bestandteil des Workshops war der Austausch und die Diskussion in Kleingruppen, die die Teilnehmenden dazu anregten, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden gemeinsam Ideen sammeln, wie der Arbeitsalltag bei Fricke und das private Umfeld nachhaltiger gestaltet werden können.
Ein besonderer Höhepunkt des Workshops war die Präsentation von im Vorfeld entwickelten, selbst erarbeiteten Geschäftsideen mit nachhaltigem Fokus. Sich selber in die Lage eines großen Unternehmens hineinzuversetzen sorgte für spannende Einfälle.
Tipps für den Alltag
Zum Abschluss des Workshops erhielten die Teilnehmenden praxisorientierte Tipps, wie jede und jeder Einzelne Nachhaltigkeit stärker in den Alltag integrieren kann. Zu diesen Tipps gehörten unter anderem die Nutzung eines Saisonkalenders für den Einkauf von Obst und Gemüse, die Vermeidung von Plastikverpackungen beim Einkaufen sowie die Bedeutung einer korrekten Mülltrennung.
Der Workshop bietet eine fundierte Grundlage für die praktische Umsetzung nachhaltigen Handels – sowohl im privaten Bereich als auch am Arbeitsplatz.
Anhand des Workshops sowie der Bildschirmhelligkeitsaktion wird deutlich: Auch die kleinen Dinge können Großes bewegen.
Falls Ihr mehr über Nachhaltigkeit in der FRICKE Gruppe erfahren wollt, klickt hier.
Während meiner Ausbildung hatte ich das große Glück, für drei Wochen nach Belgien zu reisen und dort bei GRANIT PARTS in der Buchhaltung zu unterstützen. Diese Zeit war eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Hier möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, was ich in diesen drei Wochen erlebt habe, welche Erfahrungen ich mit meinen Kollegen gemacht habe, wie ich die belgische Natur erleben durfte und wie ich in meiner Unterkunft gelebt habe.
Teamgeist und kultureller Austausch
Von Anfang an wurde ich von unseren belgischen Kollegen herzlich empfangen. Sie führten mich im Büro herum und zeigten mir meinen Arbeitsplatz für die kommenden drei Wochen. Meine täglichen Aufgaben waren unter anderem das Ausgleichen von Rechnungen, die Erstellung von Fracht- und Differenzgutschriften oder die Bankdaten verschiedener Kunden abzuändern.
In der ersten Woche fand direkt vor Ort eine kleine Feier mit allen Mitarbeitern statt, da sich ein Kollege in den Ruhestand verabschiedete. Wir haben alle gemeinsam gegessen und eine schöne Zeit miteinander verbracht. Dort hatte ich die Gelegenheit alle Kollegen etwas näher kennenzulernen.
Verabschiedung eines Kollegen in den Ruhestand
Caroline und Laura im GRANIT PARTS Büro in Belgien
Unsere Kommunikation lief hauptsächlich auf Englisch. Die meisten Kollegen konnten neben Französisch auch Englisch und teilweise etwas Deutsch, was die Kommunikation deutlich erleichterte. Dennoch war es für mich eine spannende Herausforderung, hin und wieder einige französische Begriffe zu lernen und die lokalen Gepflogenheiten zu verstehen.
Die belgische Arbeitsweise hat mich beeindruckt: Die Menschen dort gehen sehr strukturiert, aber auch entspannt mit ihren Aufgaben um. Man spürt, dass Wert auf Teamgeist und eine gute Atmosphäre gelegt wird. In den Pausen wurde immer Karten gespielt und nebenbei hat man sich unterhalten – von Kulturunterschieden bis hin zu persönlichen Interessen. Ich habe das Team schnell ins Herz geschlossen und fühlte mich sehr wohl.
Entspannung und Abenteuer zugleich
Belgien hat landschaftlich unglaublich viel zu bieten. Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden. Besonders die Natur mit ihren Wäldern, Flüssen und Wanderwegen haben mich beeindruckt. Diese malerische Landschaft bot eine angenehme Abwechslung zur Arbeitswoche und war der perfekte Ort, um Energie zu tanken und die Natur zu genießen.
Collegiale kerk Onze-Lieve-Vrouw en Domitianus van Hoe
Auch die Stadt Lüttich hat mich beeindruckt. Ich verbrachte einen Tag dort und bin unter anderem die bekannte Treppe „Montagne de Bueren“ mit ihren 374 Stufen hoch- und runter gelaufen, um mir die Aussicht oben anzuschauen. Außerdem durfte natürlich auch eine traditionelle Lütticher Waffel nicht fehlen, welche superlecker war. Belgien ist vielseitig und sehr empfehlenswert.
Montagne de Bueren
Traditionelle Lütticher Waffel
Ein Zuhause auf Zeit
Während meines Aufenthaltes lebte ich in dem Haus einer älteren Dame, nahe meines Arbeitsplatzes. Dieses war gemütlich eingerichtet und bot alles, was ich für den Alltag brauchte. Die Nachbarschaft war ruhig, und es gab den einen oder anderen Supermarkt und Bäcker in der Nähe. So bekam ich gleich einen Einblick in die belgische Esskultur – das frische Brot und das „Pain au chocolat“ waren einfach köstlich.
Traditioneller belgischer Auflauf mit Würstchen
Auch wenn ich abends oft erschöpft von der Arbeit zurückkam, schaffte es die Dame mit ihrem Haus mir eine angenehme und ruhige Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Man war umgeben von der Natur, was traumhaft war. Ein Highlight für mich war auch, dass wir an manchen Abenden aus der Küche Rehe beobachten konnten.
Ein unvergesslicher Aufenthalt
Der dreiwöchige Aufenthalt in Belgien war für mich eine unvergessliche und bereichernde Zeit. Durch die herzlichen Kollegen, die beeindruckende Natur und die gemütliche Unterkunft mit der netten Dame konnte ich mich vollkommen auf diese neue Erfahrung einlassen. Belgien ist definitiv ein Land, von welchem ich positiv überrascht wurde und in das ich immer wiederkommen würde.
Abi geschafft – aber was jetzt? So geht es mit Sicherheit einigen Schülern jedes Jahr. Auch Laura, duale Studentin bei FRICKE, erzählte davon: Sie war nach ihrem Abitur im Jahr 2015 ziemlich ratlos. Um Zeit zu gewinnen und sich über ihre Zukunft klar zu werden, fing sie einen Minijob an. Die Antwort auf die Frage „Was jetzt?“ fand sie aber ganz woanders. Auf dem Weg zum Flughafen – es sollte in den Urlaub gehen – kam sie an einigen Autohäusern vorbei, was ihr Interesse an Autos weckte. Es war kaum Zeit vergangen da fing Laura 2016 ihre Ausbildung im Autohaus an.
Vom Autohaus zur FRICKE Gruppe
Im Jahr 2018 schloss sie ihre Lehre ab. Bis dahin konnte sie mal in den Service schnuppern sowie im Teiledienst, im Verkauf oder in der Disposition Erfahrungen sammeln. Auch Gewährleistungsanträge durfte sie abrechnen – etwas, das sie am Ende zu FRICKE führte. Nach ihrer Ausbildung stieß Laura beim Googlen auf eine Stellenanzeige der FRICKE Gruppe, in der nach Sachbearbeitern in der Gewährleistungsabteilung gesucht wurde. Für Laura war das natürlich dank ihrer Ausbildung und der weiteren Zeit im Autohaus ein bekanntes Gebiet. Doch auch der bessere Arbeitsweg und die Chancen zur Weiterentwicklung bei FRICKE machten den Arbeitsplatz für sie interessant. Nachdem sie auf die Anzeige gestoßen war, ging alles ganz schnell: Die Bewerbung wurde abgesendet und ein Vorstellungsgespräch mit dem Abteilungsleiter Eike Viebrock fand statt. Auch hier war man sich in wenigen Augenblicken einig: Laura sollte Teil der FRICKE Gruppe werden. Pünktlich zum 01.02.2021 fing sie also in der Gewährleistungsabteilung an und lernte ihre neuen Kolleginnen und Kollegen kennen. In dieser Abteilung verbrachte Laura rund zweieinhalb Jahre und über die scheint sie auch gerne zu sprechen.
Das war der beste Job, den ich bisher hatte.
Laura über ihre Zeit in der Gewährleistungsabteilung bei FRICKE
Die Abteilung sei ein super Team, in dem alle offen seien und es zu keinen Streitigkeiten käme. Doch auch während ihrer Zeit in der Gewährleistungsabteilung konnte Laura nicht still sitzen. In der Abendschule machte sie ihren Abschluss zur Handelsfachwirtin, weil sie sich weiterbilden wollte. Und dennoch merkte sie kurz darauf: Das war nicht genug.
Lauras Weg zum Studium
In ihrem Eifer sammelte sie also Informationen über die Weiterbildungsmöglichkeiten, die FRICKE bot und war von den vielen Optionen positiv überrascht.
Zu Beginn konnte ich noch gar nichts mit den Studiengängen anfangen.
Laura erzählt über ihre ersten Gedanken zu den Studiengängen
Doch beim Gedanken an ihren vorherigen Werdegang kristallisierte sich nach und nach ein Studiengang heraus, der für sie auf jeden Fall in Frage kam. Durch das Autohaus und die dortigen Kollegen aus der Werkstatt hatte sie bereits ein wenig technisches Wissen erlangen können. Natürlich hatte auch ihre Zeit in der Gewährleistungsabteilung etwas damit zu tun. Dort konnte sie sich die Garantiefälle hautnah ansehen und Abläufe nachvollziehen. Besonders ausschlaggebend war jedoch ihr Hobby: Motorrad fahren und selber an Motorrädern schrauben.
Auch beim Studium kommt das Hobby nicht zu kurz: Nach dem ersten Semester machte Laura einen Motorradausflug in die Schweiz.
So kam es also dazu, dass Laura im August 2023 den Studiengang „Wirtschaftsingenieurswesen“ anfing. Ein paar Monate später, Laura stand gerade im Studentenwohnheim am Herd und kochte, rief Eike Viebrock bei ihr an. Am Telefon erzählte er ihr, dass die Nachhaltigkeitsmanagerin Kirsten Huff momentan dringend Unterstützung benötigte. Als er davon hörte, habe er sofort an sie gedacht und so schlug er Laura vor, dass sie innerhalb ihres Studiums für drei Monate im Nachhaltigkeitsmanagement eingesetzt werden könnte. Laura war sofort begeistert von der Idee und willigte ein.
Aushilfe im Nachhaltigkeitsmanagement
Seit Juli unterstützt sie nun also schon in diesem neuen Bereich und hilft Kirsten wo sie nur kann – und dabei hat sie alle Hände voll zu tun. Zum einen unterstützt Sie Kirsten ganz praktisch bei ihrer Arbeit im WE ACT-Team, indem sie die Projekte begleitet und dokumentiert. Zum anderen ist sie auch in die planerische, strategische und damit in Teilen auch sehr theoretische Arbeit eingebunden: Sie hat eigene Projekte übernommen, die dazu beitragen, die neue Richtlinie der EU zur Nachhaltigkeitsberichterstattung umzusetzen u.a. die Vorbereitung einer Kundenumfrage zur Nachhaltigkeit. Besonders der letzte Punkt nahm sie in den vergangenen Wochen sehr in Anspruch, erklärte Laura.
Eine neue Richtlinie der EU verpflichtet bestimmte Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht aufzustellen. Welche Themen dabei in den Bericht kommen, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich – je nachdem, welche Nachhaltigkeitsthemen in dem jeweiligen Bereich relevant sind. Dazu können bspw. die Rohstoffnutzung, die Herkunft des Stroms, den das Unternehmen nutzt oder die herrschenden Arbeitsverhältnisse zählen. Aber das sind nur einige wenige Beispiele der Aspekte, die behandelt werden können. Da sich die Erstellung eines solchen Berichts besonders für Unternehmen in der Größe der FRICKE Gruppe ziemlich kompliziert und umfangreich darstellt, wird nun ein Tool gesucht, welches diese Arbeit erleichtern kann. Laura war bis vor kurzem an dieser Suche beteiligt.
Man hat nach einer gewissen Zeit des Suchens den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.
Laura über die Suche eines passenden Tools für die Umsetzung der neuen EU-Richtlinie
Die Menge an Tools, die für die neue Richtlinie programmiert wurden, sei erschlagend. Mittlerweile wurden sich jedoch einige Tools angeschaut, um auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen.
Laura über ihr Studium
Doch neben ihrer Arbeit im Nachhaltigkeitsmanagement kommt natürlich auch ihr Studium nicht zu kurz. Laura beschreibt den Studiengang „Wirtschaftsingenieurswesen“ als eine Kombination aus BWL und Maschinenbau. In den Semestern begegnen einem Themen rund um Mechanik und Technik. Auch wirtschaftliches und allgemeines Wissen, welches auf verschiedene Bereiche des Berufs- oder auch des Privatlebens übertragen werden können, kämen dabei nicht zu kurz. Die meisten Parallelen zum Studium, so Laura, fänden sich vermutlich im Product Management: Hier könne man das Know-How und das technische Hintergrundwissen zu verschiedenen Produkten auf ganz verschiedene Arten und Weisen einsetzen.
Ein Ausflug ins Elektrotechnik-Labor. Hier wurden gerade Versuche zur Ergänzung der Vorlesung durchgeführt.
Es geht aber auch andersherum: Das Nachhaltigkeitsmanagement, mit dem sie aktuell zu tun hat, lässt sich nämlich auch mit dem Studium verbinden, sei es beispielsweise beim Konstruieren von nachhaltigen Maschinen. Das Studium dauert insgesamt dreieinhalb Jahre und findet für Laura an der Nordakademie in Elmshorn statt. Hier wohnt sie über die Semester in einem gemeinschaftlich geführten Wohnheim.
Samstag noch gefeiert, Sonntag schon eingezogen
Natürlich muss man sich an das Teilen der Küche und der Duschen mit anderen Studierenden gewöhnen, doch warum Laura genau das am ersten Tag besonders schwer fiel, begründet sie mit einer unterhaltsamen Anekdote: Sie zog an einem Sonntag in das Wohnheim ein und hatte gerade eine durchzechte Nacht hinter sich. Nicht ganz fit wurde also der Schlüssel abgeholt und der erste Schritt in die neuen vier Wände gemacht.
Es dauerte eine Weile, bis sich Laura eingelebt hatte, vor allem weil ihre meisten Kommilitonen ein paar Jahre jünger waren als sie. Als sich jedoch gemeinsames Kochen und Frühstücken in der Prüfungsphase immer mehr zur Tradition entwickelten, war sie vollkommen angekommen. Mittlerweile vermisst Laura ihre Kommilitonen schon zum Ende des Semesters und freut sich schon lange vor dem Start einer neuen Theoriephase auf das Wiedersehen. Auf sie wartet nun als nächstes ein recht ruhiges Semester, denn die Prüfungen in BWL fallen durch die Weiterbildung zur Handelsfachwirtin für sie weg. So zahlt sich ihr Fleiß also schon jetzt aus.
Gemeinsam Kaffee trinken macht das Lernen etwas leichter.
Der schwere, aber wichtige Weg zur Nachhaltigkeit
Aber nicht nur die Wissbegierde, sondern auch das Interesse an Nachhaltigkeit war bei Laura schon immer präsent. Dies ist unter anderem familiär verschuldet. Ein Familienmitglied ist bei einem Getränkehersteller für die Nachhaltigkeit zuständig und sorgt beispielsweise dafür, dass das Unternehmen Energie einspart – und das färbt natürlich ab. Zuhause kommt die Wärme aus einer Wasserstoffheizung und man fährt mit dem E-Auto.
Dennoch ist es natürlich für den Privathaushalt noch immer schwierig bis ins kleinste Detail nachhaltig zu sein. Besonders die Kostenfrage stellt hier noch eine große Hürde dar. Doch auch für Unternehmen wünscht sich Laura, dass es einfacher wird, nachhaltig zu handeln. Noch sei es sehr schwer den Großhandel mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Natürlich spielen hier Kosten auch eine Rolle, doch auch die Bürokratie legt einem Steine in den Weg. Ein wichtiger Schritt wäre es also, schlägt Laura vor, die bürokratischen Hürden abzubauen und die Kosten für die Nachhaltigkeit zu senken, sodass nachhaltig handeln attraktiver erscheint. Dadurch könnten sich auch kleinere Unternehmen immer öfter für die nachhaltige Alternative entscheiden.
Einen wichtigen Schritt in dieser facettenreichen und schwierigen Aufgabe hat die FRICKE Gruppe aber schon mal getan: Aus dem Nachhaltigkeitsprogramm WE ACT ist ein eigenes Nachhaltigkeitsmanagement entstanden. Von kleineren Projekten, wie der Umstellung auf LED-Lampen oder 100 % Recyclingpapier in Sachen Verpackungen oder die Einführung einer Mehrweglösung in der Kantine, geht es jetzt darum, eine Nachhaltigkeitsstrategie für das ganze Unternehmen zu entwickeln.
Laura hofft für die Zukunft, dass nach und nach alle Menschen und auch kleinere Unternehmen diesen Weg einschlagen und sich für nachhaltiges Handeln entscheiden können. Ihre Zeit beim Nachhaltigkeitsmanagement neigt sich nun langsam dem Ende zu, doch sie behält diese neue Erfahrung in guter Erinnerung. Über ihren weiteren Weg bei FRICKE hat sich Laura noch keine Gedanken gemacht. Eins steht jedoch fest: Sie fühlt sich hier wohl und möchte auch über ihr Studium hinaus Teil der FRICKE Gruppe bleiben. Wir wünschen Laura noch viel Spaß und Erfolg bei ihrem Studium!
Du möchtest wissen, welche kleinen Tricks im Alltag schon zur Nachhaltigkeit beitragen? Dann lies direkt hier weiter!
Das derzeitige 2. Lehrjahr Groß- und Außenhandelsmanagement hat im Juni für eine Woche in die Logistik von GRANIT geschnuppert. Was wir dort erlebt haben und welchen Hintergrund der Durchlauf hat, erfahrt ihr hier!
Abteilungen des Logistikdurchlaufs
Wir, das 2. Lehrjahr kaufmännischer Azubis, durften innerhalb einer Woche verschiedene Abteilungen in der GRANIT Logistik kennenlernen.
Auf dem Plan standen:
VPO (Verpackung)
AKL (Automatisches Kleinteil Lager)
ZF (Zentrale Fachbodenanlage – TXI „Taxiboxen“)
ZF (Zentrale Fachbodenanlage – Kommissionierung)
Spedition und Transporte
Warenannahme und Rüsten
Was steckt dahinter?
Das Ziel dahinter, die Logistik mit samt ihren komplexen Prozessen kennenzulernen und auch die Zusammenhänge zwischen Logistik und bestimmten Abteilungen wie beispielsweise der Disposition besser zu verstehen.
Ablauf
Jeden Morgen wurden wir am Logistikeingang abgeholt und zu unserer Abteilung für den Tag begleitet. Dort angekommen, wurden wir immer nett von unseren Kolleginnen und Kollegen empfangen und allen vorgestellt. Je nach Abteilung gab es zu Beginn eine kurze Einführung/Einweisung und dann ging es los.
Uns wurden die Aufgaben der Abteilungen erklärt und auch in der Praxis gezeigt. Anschließend durften wir die erklärten Aufgaben selbst durchführen. Unsere Kollegen standen uns dabei für Hilfestellungen und weitere Fragen jederzeit zu Verfügung. Der Arbeitstag ging dadurch sehr schnell vorbei und bald hieß es schon „Tschüss, bis zum nächsten Mal.“
Feedback der Azubis
Insgesamt finde ich den Logistikdurchlauf sehr wichtig. Bei FRICKE hängt viel von der Logistik ab, daher sollte man diese auch mal gesehen und dort gearbeitet haben, um die Prozesse und Hintergründe besser zu verstehen.
Ben Eric
Die Mitarbeitenden, die uns vor Ort in den einzelnen Abteilungen betreut haben, haben sich dafür eingesetzt uns alles zu zeigen und einen Crashkurs über die Aufgaben zu geben. Dadurch, dass wir selbst mitarbeiten durften, konnten wir die logistischen Abläufe in den einzelnen Bereichen schnell und einfach verstehen und nachvollziehen.
Trotzdem war die ungewohnte Arbeit teilweise körperlich sehr anstrengend und wir haben auch unsere gewohnten Arbeitsplätze vermisst.
Charlott und Michelle
Der Nutzen des Logistikdurchlaufs
Generell wird mit dem Durchlauf versucht, neue Bindungen zwischen Büro und Logistik zu schaffen. Denn durch das Knüpfen von neuen Kontakten und dem Kennenlernen der Prozesse, wissen wir jetzt, wer wofür zuständig ist und damit auch, wen wir bei welchen Fragen oder Klärungsfällen am besten kontaktieren können. Das hat den weiteren Vorteil der Zeitersparnis, da wir jetzt nicht mehrere Leute zu einem Thema befragen müssen, sondern uns direkt an eine zuständige Person mit dem notwendigen Wissen wenden können.
Außerdem wissen wir durch unsere eigene Erfahrung in der Logistik die tägliche Arbeit der Kolleginnen und Kollegen dort jetzt definitiv noch mehr zu schätzen. Es gibt so vieles zu beachten, damit die Prozesse reibungslos ablaufen und die Arbeit ist vor allem körperlich in vielen Bereichen eine ziemliche Herausforderung.
Danke
Vielen Dank an alle, die uns die Zeit in der Logistik ermöglich haben und die Aufgaben sowie Prozesse erklärt haben!
Von April bis Juni hatte ich die Möglichkeit, ein Partnerunternehmen von Fricke, die Ilgenfritz Mechatronics, vor Ort zu unterstützen. Das Unternehmen in Fuchsstadt nahe bei Würzburg spezialisiert sich auf die Reparatur elektronischer Steuereinheiten und die Produktion eigener Komfortelektronik für Landmaschinen. In dieser Zeit konnte ich einige wertvolle Erfahrungen sammeln und die effektive Zusammenarbeit zwischen Fricke und Ilgenfritz hautnah miterleben.
Ilgenfritz Mechatronics
Das Büro im ersten Stock einer ehemaligen Scheune besticht durch seine gemütliche Holzoptik, während im Erdgeschoss eine moderne Werkstatt und ein gut organisiertes Teilelager Platz finden. Hier arbeiten die Techniker an Tests, Fehlerdiagnosen und an der anschließenden Reparatur von defekten Steuereinheiten. Besonders faszinierend fand ich die eigene Produktion von Leiterplatten über eine Lötstraße, wodurch bestimmte Komfortelektroniken wie Zapfwellenfernbedienungen, Geschwindigkeitsmodule und Allradsteuerungen von Eigenmarke Ilgenfritz das Reparaturangebot erweitern.
Ein wichtiger Aspekt im Tagesgeschäft ist die enge Kooperation zwischen Verwaltung und Werkstatt, um die Reparaturaufträge der Kunden möglichst effizient zu bearbeiten. Mein Arbeitsplatz war im Büro und ich durfte durch die Beschaffung von Reparaturkomponenten im Einkauf unterstützen. Zusätzlich nahm ich gemeinsam mit dem Support-Team Kundenanrufe entgegen und beantwortete Anfragen zu laufenden Reparaturaufträgen. Ein besonders spannendes Projekt, an dem ich mitwirken durfte, war die Verbesserung der Altteilrücksendequote beim Kauf von wiederaufbereiteten REMAN-Artikeln durch eine Optimierung des Verkaufs- und Lieferungsprozesses. Somit wird es dem Kunden erleichtert, nach der Lieferung seiner Bestellung die defekte Steuerelektronik zurückzusenden.
FRICKE & Ilgenfritz
Die Kooperation zwischen Fricke und IM bietet für beide Seiten nützliche Vorteile. IM bezieht bestimmte Einkaufsartikel für die Reparatur direkt aus dem Granit Shop. Das erleichtert die Beschaffung und sichert eine hohe Verfügbarkeit der benötigten Teile. Ein weiterer Vorteil für IM ist die Anbindung an das Versandnetz der Fricke Gruppe, wodurch sie von besseren Gruppenkonditionen bei den Versanddienstleistern profitieren. Das spart Kosten und beschleunigt die Lieferung. Außerdem erreicht IM durch das Außendienstnetz von Fricke mehr Kunden in der Branche, was zu einer höheren Bekanntheit und einem gesteigerten Auftragsvolumen führt. Kunden von Fricke können über das Granit Service Center den Reparaturservice nutzen und wiederaufbereitete Tauschteile sowie Komfortelektronik zu attraktiven Konditionen erwerben.
Abseits der Arbeit
Während meiner Zeit in Fuchsstadt konnte ich auch das nahegelegene Würzburg als lebhafte Stadt mit vielen schönen Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Der Ausblick von der Festung Marienberg auf die alte Mainbrücke war für mich ein Highlight.
AT-Tausch von Steuerelektroniken
Defekte Steuerelektroniken müssen nicht voreilig weggeworfen werden, denn für viele Modelle sind die gängigsten Fehler umfangreich dokumentiert und können behoben werden. Auf der Website oder durch einen kurzen Anruf beim Support-Team kann man schnell herausfinden, ob eine Reparatur oder ein Tausch für das jeweilige Teil infrage kommt. Die Reparatur und der AT-Tausch lohnen sich nicht nur finanziell gegenüber einem Neukauf, sondern tragen auch dazu bei, wertvolle Ressourcen zu schonen und die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
Danke!
Ein großes Dankeschön geht an die Kollegen aus Fuchsstadt! Eure Hilfsbereitschaft und die starke Kommunikation im Team haben den Aufenthalt unvergesslich gemacht.
Wenn ihr noch mehr über die Ausbildungsstationen außerhalb des Standortes Heeslingen erfahren wollt, schaut euch gern die anderen Beiträge an. Darunter auch der Beitrag über Jan , seiner abenteuerlichen, sowie lehrreichen Zeit in Indien.
Unser dualer Student Jan hat in dem Rahmen eines Aufenthaltes im Produktmanagement 7 Wochen in unserem Einkaufsbüro in Indien verbracht. Was er dort erlebt hat und welche Eindrücke er sammeln konnte, beschreibt er in diesem Blogbeitrag.
Das duale Studium bei der FRICKE Gruppe bietet eine außergewöhnliche Chance: Die Möglichkeit, für 2-3 Monate ins Ausland zu gehen und Arbeitserfahrungen in einem neuen, oft spannenden Umfeld zu sammeln und hierbei neue Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen. 2021 begann ich meine Reise im Produktmanagement bei GRANIT Parts als dualer Student und arbeitete hier unter anderem viel mit den Kollegen aus Indien, China, Polen und Italien zusammen. Da mir bereits damals besonders dieser Aspekt der Internationalität an der Arbeit im Einkauf gefällt, entsteht bei mir der Wunsch, meine Auslandsphase über das Produktmanagement in einem unserer globalen Einkaufsbüros zu verbringen. Schnell fiel hier der Fokus auf Indien – ein Land das mich bereits seit der Schulzeit fasziniert. Für sieben Wochen sollte ich die Möglichkeit bekommen, in eine neue Welt eintauchen und unsere Lieferanten und deren Produktion vor Ort kennenlernen.
Am Morgen des 11. März beginnt meine Reise ins große Abenteuer: Indien – ein Land, das bei uns oft mit speziellem Essen, chaotischem Straßenverkehr und heiligen Kühen assoziiert wird. Dass jedoch weit mehr hinter der Fassade des sich stark im Wandel befindenden Landes verbirgt, soll mir während meines Aufenthaltes eindrucksvoll bewusstwerden.
Ein Land zwischen Aufbruch und großen Herausforderungen
Noch heute, wenn wir über das Land Indien nachdenken, werden vielen von uns vermutlich so einige Vorurteile, sei es zum Essen, der Hygiene, dem Verkehr oder auch zu dem Akzent der Inderinnen und Inder beim Englischsprechen in den Kopf kommen. Was vielen dabei nicht bewusst ist: Hinter der Fassade des bevölkerungsreichsten Landes der Erde verbirgt sich eine Nation, deren Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt durchaus bemerkenswert ist.
Mehr als 1,4 Milliarden Menschen leben auf dem indischen Subkontinent, welcher sich aus 28 Bundesstaaten und 7 eigenständigen Unionsterritorien zusammensetzt. Mit den Staaten Haryana, Punjab, Uttar Pradesh, Tamil Nadu, Maharastra, Rajasthan und der Selbstverwaltungszone Delhi habe ich das große Glück, ganze sieben Staaten verstreut über das ganze Land während meines Aufenthaltes kennenlernen zu dürfen. Hierbei fallen mir schnell die kulturellen Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten auf. Seien diese im Hinblick auf die Kleidung, die Musik, das Essen, die wunderschöne Architektur oder die Sprache – in Indien werden neben den Amtssprachen Hindi und Englisch über 19.000 weitere verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen – jeder Besuch eines neuen Staates stellt für mich ein eigenes kleines Abenteuer und viele neue spannende Eindrücke dar. Hierbei wird mir auch immer wieder die Aufbruchsstimmung bewusst, die im ganzen Land zu spüren ist.
Gerade gegen Ende meines Aufenthaltes Ende April, als die sechs Wochen andauernden Parlamentswahlen in der größten Demokratie der Welt beginnen, um Amtsinhaber Narendra Modi zumindest nach der Mehrheit der Inderinnen und Inder im Amt als Premierminister zu bestätigen, lerne ich immer wieder über das Erreichte der Regierung in den letzten Regierungsperioden. So befinden sich derzeit beispielsweise mehr als 150 Flughäfen in Bau. Die prominenteste Airline Air India hat 400 Flugzeuge bei den Herstellern Boeing und Airbus bestellt, um Indien zum Drehkreuz der Luftfahrt zu machen und auch das Straßennetz wurde seit 2015 um mehr als 40% vergrößert. Ganz zu schweigen von einer geglückten Mondlandung im Jahr 2023, die Indien zu dem vierten Land überhaupt erst macht, dem ein solches Ereignis gelungen ist. Knapp 6 Wochen nach meiner Abreise steht nun auch fest, dass die Bharatiya Janata Party (BJP) um Premierminister Modi die Wahl gewonnen hat, ohne dabei jedoch die absolute Mehrheit zu erhalten. Eine Überraschung, die bedingt, dass Indiens neue Regierung sich nach der Koalitionsbildung aus insgesamt 15 Parteien zusammensetzt.
Jedoch wird mir während meines Alltags auch immer wieder bewusst, dass die häufig angesprochenen Probleme des Landes nicht von irgendwo kommen. Überfüllte Straßen mit Kühen und Schlaglöchern mitten auf der Fahrbahn und keine wirklichen Verkehrsregeln bringen mich dabei neben Temperaturen von um die 40 Grad so manches Mal ins Schwitzen.
Besonders faszinierend finde ich die vielen Fabrikbesuche bei unseren Lieferanten, die wöchentlich anstehen. Hierbei lerne ich immer wieder neue Unternehmen und Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen kennen und erfahre viele spannende Details über die Produktionsabläufe verschiedenster Produkte. Immer wieder fällt mir auf, wie jung die Belegschaft der meisten Lieferanten ist. Dies ist nicht wirklich verwunderlich, hatte ich bereits im Voraus gelesen, dass knapp 70% der indischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren sind. Eine große demografische Dividende von der das Land zukünftig auf dem Weg zur drittgrößten Wirtschaftsnation der Erde durchaus profitieren kann.
Wenn wir nicht gerade Lieferanten besuchen, verbringe ich meine Arbeitstage in einem gut klimatisierten angemieteten Büroraum im fünften Stock einer Mall in Gurugram. Viele Unternehmen haben hier kleine Offices angemietet. Gemeinsam mit den fünf indischen Kollegen vor Ort bearbeite ich hier hauptsächlich Lieferantenanfragen und –angebote, führe Preisauswertungen durch, oder bereite mich auf anstehende Besuche vor. Immer wieder fallen mir hierbei Unterschiede in der Arbeitsweise und Kommunikation im Team zwischen Indien und Deutschland auf. Ein weiterer Unterschied liegt zudem in den Arbeitszeiten. Beginnen die meisten Kollegen in Deutschland bereits morgens zwischen 7:00 Uhr und 7:30 Uhr, ist in Indien 10:00 Uhr eine allgemein verbreitete Startzeit auch um aufgrund einer Zeitverschiebung von 3,5 oder 4,5 Stunden je nach Jahreszeit eine Überschneidung der Arbeitszeit mit den internationalen Kollegen sicherzustellen.
Indiens Seele erleben: Eine Reise durch Kultur und Kulinarik
Meine freie Zeit nutze ich, um vollständig in die indischen Kulturen einzutauchen – eine besondere Chance, da ich mich schon seit längerer Zeit sehr für das Land und seine Kulturen interessiere. Hierbei besuche ich unter anderem mit unserem Kollegen Hitesh und seiner Familie das weltberühmte Taj Mahal und auch einen Ausflug in die „Pink City“ Jaipur, die bekannt für die pinke Bemalung ihrer Gebäude als Zeichen der Gastfreundschaft ist, lasse ich mir nicht entgehen. Immer wieder probiere ich mich unterwegs durch die indische Küche und kann dabei so einige traditionelle Gerichte für mich entdecken. Mein Favorit: Butterchicken mit Naan.
Hawa Mahal – JaipurTaj Mahal – Agra
An den Wochenenden mache ich mich dann, zumeist auf eigene Faust, mit der Metro oder UBER auf den Weg ins Stadtzentrum von Delhi. Hier schaue ich mir mit dem Red Fort, dem Qutub Minar, Humayun´s Tomb und dem India Gate verschiedenste Bauwerke früherer Zeiten an, die alle ein Stück indischer Geschichte erzählen. Mit der Jama Masjid, Indien´s größter Moschee, dem hinduistischen Tempel Akshardham und dem Lotus Tempel besichtige ich zudem religiöse Stätten der am stärksten vertretenen Religionen im Land. Besonders der Besuch des Akshardham-Tempel, bei dem ich von Hitesh eine Menge über den Hinduismus lernen konnte – circa 80 Prozent der Inderinnen und Inder sind „Hindus“ – stellt für mich ein Highlight meines Aufenthaltes dar.
Die Besichtigung der Jama Masjid habe ich zudem auch mit dem Besuch der Region Chandni Chowk auf Empfehlung eines Einheimischen verbunden. Chandni Chowk ist die wohl größte Marktregion in Delhi, die für Gewürze, Schmuck und Kleidung in ganz Asien bekannt ist. Hier hatte ich die Möglichkeit, das erste Mal so richtig mit dem indischen Streetfood und dem berühmten Masala Chai in Berührung zu kommen und mich für die heimische Küche mit traditionellen indischen Gewürzen einzudecken.
India Gate – DelhiChandni Chowk – Delhi
Als Sportler war ich natürlich auch sehr gespannt, mehr über die Sportart Nummer 1 des Landes – Cricket – zu erfahren. Nach mehreren Briefings beim gemeinsamen Mittagessen und auf längeren Autofahrten, bot sich am letzten Wochenende vor meiner Abreise die besondere Möglichkeit, ein Spiel der TATA IPL live im Stadion in Delhi anzuschauen. War ich vorher immer der festen Überzeugung, dass Cricket eher zu den langweiligeren Sportarten zählt, durfte ich mich hier eindeutig eines Besseren belehren lassen. Zwar waren die Delhi Capitals den Hyderabad Sunrisers, einem der beiden späteren Finalisten des Turniers, chancenlos unterlegen – trotzdem war der Besuch des Spiels eine coole Erfahrung, vor allem da das Geschehen auf dem Platz durch die ausgelassene Stimmung auf den Zuschauerrängen fast ein wenig in den Hintergrund gerückt wurde.
Arun Jaitley Stadium – Delhi Capitals
Zwischen Tradition und Moderne: Eine Reise der Gegensätze
Da unsere Lieferanten in den verschiedensten Ecken Indiens niedergelassen sind, ergibt sich für uns immer wieder die Möglichkeit auch andere Städte Indiens wie Chennai und Mumbai zu sehen. Lustig hierbei: Die Kollegen sprechen bei der Stadt Chennai von einer kleineren Stadt – immerhin hat Chennai nur etwas mehr als 10 Millionen Einwohner. Die Stadt ist bekannt für seine großen Strände und Tempel, die mit tausenden von buntbemalten Figuren verziert sind – ein Anblick für den sich eine Reise nach Chennai definitiv lohnt.
Die für mich persönlich spannendere Stadt jedoch war Mumbai – ein Erlebnis über das ich wahrscheinlich einen eigenen Beitrag schreiben müsste, um die gesammelten Eindrücke vollständig zu schildern. Mumbai, mit knapp 20 Millionen Einwohnern nach Delhi mit circa 32 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Indiens, spiegelt für mich die in Indien vorhandene Schere zwischen Arm und Reich perfekt wieder. Auf der einen Seite faszinierende Gebäude in traditionellem kolonialistischen Baustil aus früheren Tagen der britischen Besetzung, das mit 27 Stockwerken teuerste Einfamilienhaus der Welt, das luxuriöse Taj Hotel, die Bahnhofstation Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminusoder auch der schöne Ausblick am Marine Drive auf die Skyline der Stadt.
Marine Drive – MumbaiTaj Mahal Palace Hotel – Mumbai
Für einen Großteil der Einwohner Mumbais sieht die Realität jedoch anders aus: Diese wohnen in Slums wie dem weltberühmten Dharavi, dem mit geschätzt einer Millionen Einwohnern offiziell größten Slum der Erde, mitten im Zentrum der Stadt und haben nur sehr begrenzten Zugang zu Wasser und Strom. Für mich persönlich ein Ort, den ich mir unbedingt persönlich ansehen musste, hatte ich bereits vorher viel zu Dharavi, dem Drehort des berühmten Filmes „Slumdog Millionär“, gehört und gesehen. Und auch die wohl größte Open-Air-Wäscherei Dhobi Ghat war für mich ein Ort, der ganz oben auf meiner persönlichen Sightseeing-Liste stand. Während meiner arbeitsfreien Zeit war es mir insgesamt besonders wichtig, eben auch jene Orte wie Dharavi oder Dhobi Ghat zu besichtigen, da diese das Land mindestens genauso ausmachen wie moderne Überseebrücken, neue Autobahnen, digitale state of the art Bezahlmethoden oder die hochmodernen CyberHubs in Gurugram und Bengaluru.
Dharavi – MumbaiDhobi Ghat – Mumbai
Time to say goodbye
Nach sieben Wochen und vielen prägenden Eindrücken war es am 26. April soweit: Der Rückflug nach Deutschland stand an. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Beteiligten aus dem Produktmanagement und der Personalabteilung zu bedanken, die dieses Abenteuer ermöglicht und mich bei der Organisation unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt den indischen Kollegen im IPO. Die gastfreundliche Aufnahme durch das Team und die große Motivation, mir eine detaillierte Übersicht über unsere Lieferantenlandschaft sowie das Land und seine Traditionen zu vermitteln, haben mir sehr geholfen, mich an das Leben in Indien zu gewöhnen und mich ein Stück weit anzupassen.
Indien habe ich als ein Land mit viel Potenzial kennengelernt, das auch zukünftig die Herausforderungen seiner großen Bevölkerung meistern muss. Die kräftigen Investitionen in die Infrastruktur des Landes lassen jedoch berechtigte Hoffnungen zu, dass die Chancen für einen anhaltenden Aufschwung nicht schlecht stehen. Daher bleibt es für mich spannend, die Entwicklung des Landes auch in den kommenden Jahren weiter zu beobachten und hoffentlich schon bald als Tourist zurückzukehren, um das Land mit seinen vielen Geheimnissen weiter zu erkundigen.
Betriebswirtschaftslehre? Studiert man das nicht, wenn man einfach noch nicht weiß, was man später mal machen möchte? Duales Studium? Machst du dann auch parallel eine Ausbildung? Nur einige der Fragen, die ich mir 2020 vor dem Beginn meines dualen Studiums der Betriebswirtschaftslehre bei FRICKE gestellt habe. Nun bald vier Jahre später möchte ich meine Erfahrungen teilen und versuchen ein paar passende Antworten zu geben.
Die Anfänge
Aber einen Schritt zurück. Noch heute erinnere ich mich gerne an den ersten Tag meines dualen Studiums. Gemeinsam mit vielen weiteren jungen Menschen in meinem Alter fand ich mich im Hauptgebäude (bei FRICKE auch Campus genannt) ein und wartete gespannt auf den ersten Tag. Da durch Corona zu der Zeit noch einige Beschränkungen herrschten, fiel unser erster Tag etwas anders aus als normal. Anstelle eines Besuchs von FRICKE Landmaschinen und SAPHIR Maschinenbau, schickten uns Duale Studierende älterer Jahrgänge Videos ein, in denen sie von ihrer Arbeit in den jeweiligen Schwesterunternehmen berichteten. Danach lernten wir unsere Sitznachbarn besser kennen: Zufall oder Schicksal – mein damaliger Sitznachbar Christian ist nicht nur später in meiner „Klasse“ im Studium gewesen, sondern heute auch einer meiner besten Freunde.
Noch am ersten Tag ging es direkt in unsere erste Abteilung: Zu Beginn sagte mir der Abteilungsname „Disposition“ noch sehr wenig, aber schon kurze Zeit später erklärte mir der damalige Abteilungsleiter die Funktionen des operativen Einkaufs, die sich dahinter verbargen.
Erste Einblicke
Was macht man eigentlich so als dualer Student? Diese Frage hatte ich mir im Vorfeld häufig gestellt: nach meinen ersten Tagen in der neuen Abteilung bekam ich schnell erste Themen zugeteilt. Im Einkauf Bestellungen auszulösen oder große Lieferanten anzurufen, fühlte sich für mich wie eine große Verantwortung an: die wurde einem ab Tag 1 zugetraut. Ein wahnsinnig tolles Gefühl – wenn auch zunächst noch etwas abstrakt! Mit den Monaten kamen immer mehr spannende Projekte dazu und mein Abteilungsleiter Christoph brachte mir mit viel Geduld die Grundlagen von Excel und dem ERP-System bei. Rückblickend wohl einige der prägendsten Monate meines dualen Studiums.
Anders als üblich startete unser erstes Semester auf Grund von Corona nicht mit einem Erstsemesterbegrüßungswochenende, bei dem man gemeinsam mit seinem Jahrgang zum Studienbeginn ein Wochenende verreist und sich besser kennenlernt, sondern durch Online-Einführungen. Insgesamt gestaltet sich das duale Studium bei FRICKE als blockweises Studium, das sich in Theorie und Praxisphasen aufteilt. So wechseln sich meist 2 Monate Theorie mit 2 Monaten Praxis ab. Während die Praxisphasen in Heeslingen stattfinden, übernimmt die NORDAKADEMIE in Elmshorn, nahe Hamburg, als private Wirtschaftshochschule den Theoriepart. Vor Ort sitzt man in kleinen Klassen gemeinsam mit anderen dualen Studenten von anderen großen Unternehmen aus dem norddeutschen Raum, wie Airbus, Phillips oder EDEKA.
Da ganz Deutschland damals im Corona-Schock steckte, lernten wir unsere Kommilitonen vorerst nur als Kachel in Zoom kennen. Was zunächst noch ungewohnt war, wurde schnell zum Alltag und so verbrachten wir sowohl Semester als auch Prüfungen vor dem heimischen Computer – schade für den Zusammenhalt der Zenturie (Bezeichnung für den ca. 30 Personen großen Klassenverband an der Nordakademie), aber gut für unser Schlafpensum. Nachdem die ersten drei Klausuren hinter uns lagen, ging es dann mit etwas mehr wirtschaftlichem Verständnis zurück ins Unternehmen.
Von der Theorie in die Praxis
Plötzlich konnte man das theoretische Wissen, das zunächst noch im Semester antrainiert wurde, direkt vor Ort im Unternehmen umsetzen. Für mich ging es nach der ersten Theoriephase in die Technische Redaktion, die sich vor allem mit der Ausgestaltung des Webshops beschäftigt. In der Abteilung lernte ich unter Anleitung von Hannes und Stefan unseren Webshop und dessen Basisstruktur besser kennen – Wissen, von dem ich heute noch profitiere. Gleichzeitig schrieb ich eine Hausarbeit (insgesamt schreibt man an der Nordakademie 6 dieser Hausarbeiten im Betrieb) über die Möglichkeiten und Eignung des GRANIT PARTS Webshops im sehr einzigartigen Landmaschinen-Aftermarket.
Im zweiten Semester stand endlich Präsenzlehre an: Fast schon wie im Film war es, die Kommilitonen nach langer Zeit endlich mal live und in Farbe zu sehen, die man zuvor nur digital kennengelernt hatte. Zusätzlich bot sich für Christian und mich das erste Mal die Chance in das Studentenwohnheim nach Elmshorn zu ziehen. Vor Ort erwarteten uns modern ausgestattete Wohnungen direkt auf dem Campus und das zu erschwinglichen Preisen. Zur Vorlesung musste ich von meiner Wohnung nur knapp 2 Minuten laufen – gleichzeitig konnte ich von meinem Zimmer im vierten Stock direkt in meinen Vorlesungsraum schauen. Während man sich hier die Küche mit einigen weiteren Studenten teilt, ist jedes Zimmer mit einem Badezimmer und Möbeln ausgestattet.
Mit dem Ende des zweiten Semesters rückten auch die ersten größeren Highlights im Unternehmen näher – so fand zum ersten Mal der FRICKE Social Run statt, der dieses Jahr bereits in die fünfte Runde geht. Nachdem ich bereits Einkauf und Webhopgestaltung/Marketing gesehen hatte, ging es in das Logistikcontrolling, eine Abteilung der Logistik, in der viele Prozesse überwacht werden. Zusätzlich durfte ich in die Projektlogistik schnuppern, in der bereits erste Punkte unseres neuen Logistikzentrums in Tholey schon damals geplant wurden. Die Möglichkeit immer wieder eigene Projekte voranzutreiben und in unternehmensrelevante Prozesse eingebunden zu werden, motivierte dabei ab Tag 1. Was aber auch zu den Chancen des dualen Studiums gehört, ist die Möglichkeit herauszufinden, dass einem bestimmte Bereiche mehr liegen als andere, beziehungsweise man an bestimmten Aufgaben mehr Freude hat als an anderen. Das zu erkennen und später bei der Wahl eines geeigneten Unternehmensbereichs einfließen zu lassen, ist für mich noch heute einer der großen Reize für dieses Studienmodell.
Am Ende des dritten Semesters begann ich mir erste Gedanken über diese Frage zu machen, weil auch die Anzahl der Praxissemester und damit Einblicke in ganz neue Bereiche weniger wurden. Eine Personalmanagement-Facharbeit im nächsten Semester kam mir sehr gelegen, um eine Praxisphase in der Personalabteilung zu verbringen und hier wiederum erneut in einen ganz anderen Arbeitsalltag zu blicken. Neben normalen Klausuren sind solche Facharbeiten neben Vorträgen eine weitere Prüfungsform an der Nordakademie. Anders als in einem regulären Studium sind die bearbeiteten Fragestellungen dabei nicht abstrakt, sondern meist sehr nah an der eigenen Arbeitsrealität: So schrieb ich beispielsweise meine Facharbeit in der Personalabteilung über die Möglichkeiten des Einsatzes von KI im Personalwesen und insbesondere in der Personalauswahl mit speziellem Fokus aus die Gefahren für Beschäftigtendiversität.
Von Heeslingen in die Welt
Im dritten und vierten Semester bekamen wir als duale Studenten Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen: Man kannte die Uni und die Professoren, man kannte viele Gesichter in der Kantine in Heeslingen – manchmal sogar mehr als andere langjährige Kollegen durch die vielen Abteilungswechsel. Und nicht nur stand mit dem ersten Heat Wave, das erste große Sommerfest nach der Corona-Pandemie mit Mainact Scooter an, auch standen Christian und ich vor der Wahl eines passenden Ziels für unser Auslandssemester im 5. Semester, das an der Nordakademie für ein solches vorgesehen ist.
Die Nordakademie hat weltweit Partneruniversitäten, an denen teils ohne Studiengebühren studiert werden kann. Bei der Bewerbung wird jeder Studierende durch das Auslandsbüro der Nordakademie individuell unterstützt. Neben den Vorlesungen ist im Betriebswirtschaftsstudiengang das Belegen von Fremdsprachen vorgesehen: Englisch und Spanisch/ Französisch. Darüber hinaus können allerdings auch freiwillig noch Sprachen wie Chinesisch und Japanisch belegt werden. Da ich bereits in der Schule Spanisch hatte und Christian und ich an der Nordakademie unsere Kenntnisse vertiefen konnten, wollten wir gerne in ein spanischsprachiges Land möglichst weit entfernt von Deutschland reisen: unsere Wahl fiel schließlich auf Chile und unsere Bewerbung wurde auch durch die Universität in Santiago de Chile angenommen. Vor Ort konnten wir verschiedene Wahlpflichtkurse belegen. FRICKE unterstützte uns dabei durch die Finanzierung der Flugkosten für Hin- und Rückflug sowie die Verlängerung unserer Urlaubszeit um zusätzliche zwei Wochen. Rückblickend war dieses Semester eine der spannendsten Episoden meines bisherigen Lebensweges. Was genau wir vor Ort erleben durften, habe ich in einem anderen Blogbeitrag beschrieben, den ihr hier lesen könnt.
Gegen Ende unserer Zeit in Chile rückte auch die letzte lange Praxisphase auf uns zu, die im BWL Studium über ein halbes Jahr zwischen 5. und 6. Semester dauert. Für mich war klar, dass ich noch Einblicke im strategischen Einkauf, also im Produktmanagement, sammeln wollte. Daher hatte ich mich schon im Vorfeld mit der Personalabteilung dazu ausgetauscht. Da während des dualen Studiums ein Praxis-Auslandsaufenthalt für die dualen Studenten vorgesehen ist, sprachen wir schon im Sommer vor unserem Semester in Chile mit Abteilungen und unserer Personalreferentin Janice. Während ich mich für unsere internationalen Einkaufsbüros in Indien, der Türkei und China interessierte, wurde Christian beispielsweise im Export im USA-Projekt für unseren neuen Standort dort eingesetzt und hatte entsprechend Interesse vor Ort in Indiana am Aufbau des neuen Standortes zu unterstützen.
Und so ging es schon kurz nach unserer Rückkehr nach Deutschland schon wieder los. Während es Christian in die USA zog, durfte ich knapp 3 Monate unsere Kollegen im indischen Einkaufsbüro in Neu-Delhi unterstützen. Zu beiden Aufenthalten haben wir Blogbeiträge geschrieben, die ihr hier lesen könnt (Beitrag USA / Beitrag Indien).
Die Einblicke vor Ort waren sehr prägend. In einer riesigen Produktion in Indien zu stehen und die Fertigung unserer Produkte zu beobachten, mit den Lieferanten vor Ort zu verhandeln und in diese fremde Kultur einzutauchen, war eine ganze besondere Erfahrung. Gleichzeitig lernte ich in Indien nicht nur Kollegen kennen, sondern durfte neue Freunde gewinnen. So waren die Kollegen und ich auch nach dem Dienst fernab der Arbeit noch gemeinsam unterwegs, unter anderem auch für den guten Zweck während des nächsten FRICKE Social Runs. Freundschaften, von denen heute noch alle Seiten durch eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit in meiner heutigen Tätigkeit profitieren.
Rechtzeitig zum Sommerfest ging es zurück nach Heeslingen, wo nun noch einige Monate Arbeit in Heeslingen im Produktmanagement anstanden bis das letzte reguläre Semester starten sollte. Die Zeit im Ausland, insbesondere in Indien, gab mir in meiner täglichen Arbeit ganz neue Perspektiven auf viele Themen, ließ mich auch viele Dinge verstehen, die zuvor vielleicht noch abstrakt waren.
Auf der Zielgeraden
Mit Blick in Richtung Sommer und damit in Richtung des letzten Semesters stand dann auch schon die Themenfindung für die Bachelorarbeit an. Immer wieder hatte ich Lieferanten auf das deutsche Lieferkettengesetz angesprochen und ob sie sich damit auseinandersetzen würden, um feststellen zu müssen, dass das Thema bei den wenigsten präsent war. Umso spannender fand ich die Chance die Umsetzung und Kontrolle der Einhaltung dieses recht komplexen Gesetzes in der Realität bei unseren indischen Lieferanten zu betrachten. Ein Thema, das viele meiner Interessen genau traf: eine Mischung aus globaler Beschaffung, Indien und Wirtschaftsrecht. Bei FRICKE bespricht jeder duale Student sein Thema für die Bachelorarbeit mit der Geschäftsführung – ein Usus, den ich so aus keinem anderen Unternehmen dieses Maßstabs kenne. Im Rahmen dieses Gesprächs feilten wir noch etwas an der finalen Fragestellung, bis wir schließlich bei einem finalen Titel landeten, dem daraufhin auch von meiner betreuenden Professorin zugestimmt wurde.
Im letzten richtigen Semester stand noch das Nachholen einer Prüfung an, die Christian und ich wegen des Auslandssemesters nicht wahrnehmen konnten. Da die Universität aber darauf eingestellt war, bekamen wir perfekt zugeschnittene Wiederholungsvorlesungen, sodass die Prüfungen gut machbar waren. Nun standen zum Ende des 6. Semesters sowie verkürzten 7. Semesters, in dem nur noch Klausuren geschrieben werden, einige verbleibende Prüfungsleistungen an. Und plötzlich war es schon Anfang Dezember und es war so weit: die Bachelorarbeit stand bevor. Natürlich schaut man sich schon vorher links und rechts etwas um, um einschätzen zu können, wie einfach oder schwer sich die Quellenfindung gestaltet. Aber ähnlich wie auch schon beim Schulabschluss ist plötzlich das Ende eines so langen Lebensabschnitts greifbar und nicht mehr nur ein Ziel in weiter Ferne. Mit jedem Tag vertieften wir uns nun weiter in unsere Bachelorthemen, bis wir schließlich nach gut 2 Monaten unsere fertige Arbeit in Elmshorn abgeben mussten. Dann startete das lange Warten! Nach gut einem Monat dann die erlösende Mail, auf die man so lange hin gefiebert hatte: Bestanden! Kapitel erfolgreich beendet! Die vergangenen 3,5 Jahre haben sich gelohnt, die viele Mühe in Klausurvorbereitung und in der Firma haben sich ausgezahlt.
Ende gut – Alles gut
Mit dem Abschluss ist dann auch klar, dass Christian und ich auch nach unserem dualen Studium bei FRICKE einsteigen möchten – beide im Produktmanagement. Und damit sind wir auch ein stückweit bei den eingangs gestellten Fragen. Ja – Betriebswirtschaft lehrt ganz verschiedene Bereiche der Unternehmensführung und -gestaltung: umso wichtiger, dass man diese Bereiche nicht nur in der Theorie in der Vorlesung kennenlernt, sondern auch in Praxiseinsätzen. Meine Erfahrung hat immer wieder gezeigt: Die Theorie im Studium – insbesondere in einem reinen BWL Studium – ist häufig weit entfernt von der Unternehmensrealität. Hätte ich mich nach meinem Studium danach gerichtet, welche Vorlesungen mir am meisten Freude bereitet haben, wäre ich wohlmöglich an anderer Stelle gelandet. Nur durch Ausprobieren konnte ich hier die Tätigkeit finden, die mir am meisten Spaß macht und auch am besten zu mir passt.
In den vergangenen Wochen stand nun noch der offizielle Part der Graduierung an, nachdem wir bereits unsere Verträge unterschrieben hatten. Einerseits durften wir der Geschäftsführung in einem längeren Termin unsere Bachelorarbeiten vorstellen und gemeinsam auf die vergangenen 3,5 Jahre und die Zukunft anstoßen, gleichzeitig aber auch im Rahmen einer kleinen Zeremonie an der Nordakademie unser Bachelorzeugnis entgegennehmen.
Nun stand Anfang April Christian und mein erster Arbeitstag nach dem Studium an – anders als andere Studenten kennen wir aber schon Unternehmen und Kollegen, die Abläufe in der Abteilung und auch Perspektiven anderer Abteilungen auf viele Themen: Ein Schatz, der sich nun in unserem Arbeitsalltag jeden Tag auszahlt.
Wir sind jeden Tag glücklich über unsere Entscheidung 2020 ein duales Studium bei FRICKE entschieden zu beginnen und ich kann es nur jedem, der Motivation, Tatendrang und Interesse an immer neuen Einblicken hat empfehlen, die gleiche Chance zu nutzen.
Am 09. und 10. März war es wieder soweit: Die 58. Heeslinger Landmaschinenschau stand vor der Tür und damit auch unser alljährliches Get-Together. Hierzu wurden alle Auszubildenden und dual Studierenden, die im August 2024 ihre Ausbildung oder ein duales Studium bei der FRICKE Gruppe starten, zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern für einen Vormittag nach Heeslingen eingeladen.
Weite Anreise nach Heeslingen
Insgesamt folgten 24 Auszubildende und Studierende zusammen mit ihren Familien unserer Einladung. Die Auszubildenden und Studierenden beginnen an ganz unterschiedlichen Standorten der FRICKE Gruppe ihre Ausbildung, sodass sie aus verschiedenen Regionen und Bundesländern anreisten. Zwei von ihnen nahmen zusammen mit ihren Familien dabei sogar eine mehrstündige Fahrt auf sich, um an der Kennlern-Veranstaltung teilnehmen zu können. Die beiden starten jeweils im August ihre Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker (m/w/d) bei der FRICKE Landtechnik GmbH in Demmin. Wir freuen uns riesig, dass sie den weiten Weg auf sich genommen und uns mit ihren Familien besucht haben!
Ein Blick hinter die Kulissen
Der Vormittag stand ganz unter dem Motto, einen Blick hinter die Kulissen des Ausbildungsbetriebes zu werfen und die neuen zukünftigen Kollegen und Kolleginnen kennenzulernen. Gestartet wurde der Vormittag mit einer kurzen Unternehmenspräsentation. Holger Wachholtz, Philipp Fricke und Carsten Deter erzählten den Familien alles rund um die FRICKE Gruppe, in der ihre Kinder, beziehungsweise Geschwister, bald ihre Ausbildung starten werden. Natürlich wurde auch über anstehende Projekte und Events innerhalb des Unternehmens berichtet. Während dieser Präsentation lud unser Geschäftsführer Holger Wachholtz spontan alle zukünftigen Auszubildenden und Studierenden zur diesjährigen Mitarbeiterfeier „Heatwave“ ein, welche im Sommer vor Beginn der Ausbildung stattfinden wird. Somit haben nun auch unsere neuen Azubis die Chance, das Event und den Star-Act Scooter live mitzuerleben. Auch das Ferdinands Feld 2024 wurde angeteasert, welches wir zum zweiten Mal mit unseren Azubis besuchen wollen. Wir freuen uns schon sehr, diese einzigartigen Events gemeinsam mit allen neuen Gesichtern in der FRICKE Gruppe zu erleben.
Im Anschluss an die Präsentation gab es dann für alle der über 70 Anwesenden einen Rundgang durch die Logistik. Hierbei hatten wir tatkräftige Unterstützung von drei unser dualen Studenten. Aaron, Jörn und Christian haben jeweils eine der fünf Gruppen durch die Logistik geführt. Während der etwa einstündigen Tour bekamen die Familien auch einen Einblick hinter die Kulissen unseres beeindruckenden Zentrallagers am Standort in Heeslingen.
Kennenlernen der zukünftigen Kollegen und Kolleginnen
Aber nicht nur die Familien sollten erfahren, wo ihre Kinder, beziehungsweise Geschwister, eine Ausbildung anfangen. Uns war es besonders wichtig, dass die zukünftigen Auszubildenden und dual Studierenden sich auch untereinander bereits kennenlernen können. Dazu sollte der letzte Teil der Veranstaltung ohne die Eltern dienen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde starteten wir mit einem Kennlernspiel – es wurde das FRICKE-Azubi-Bingo gespielt. Unter dem Motto „Finde jemanden, der/die …“ galt es, miteinander ins Gespräch zu kommen und möglichst viele Felder zu füllen. Hierbei tauschten sich alle untereinander zu verschiedenen Thematiken, wie die Ausbildung bei Fricke, Hobbies und Freizeitinteressen aus. Zum Beispiel sollte während des Spiels jemand gefunden werden, der/die seine Ausbildung am Standort Demmin startet.
Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung. Wir freuen uns schon, alle am 01. August wieder bei uns zu ihrem Ausbildungsbeginn begrüßen zu dürfen!
ich hatte durch FRICKE die einmalige Möglichkeit, meine Praxisphase des BWL-Studiums in den USA an dem dortigen GRANIT Standort zu verbringen.
Die ersten Berührungspunkte mit den USA
Bereits zu meiner Zeit als Auszubildende im Groß- und Außenhandelsmanagement hatte ich im Export gearbeitet und unseren Exportleiter Timm bei einigen Aufgaben hinsichtlich des USA-Projektes unterstützt. Dadurch habe ich bereits im Vorfeld einen ersten Eindruck von den Menschen und Projekten vor Ort bekommen. Ich fand den Start in den USA ziemlich spannend und wollte das Projekt unbedingt weiterverfolgen. Ein halbes Jahr später kam dann unerwartet die Anfrage, ob ich Interesse hätte, meine Praxisphase am GRANIT Standort in den USA zu verbringen. Meine Antwort war sofort klar, denn dies war schon immer ein großer Traum von mir.
Endlich war es so weit
Nachdem einige Zeit vergangen war und am Freitag die letzte Uni-Prüfung geschrieben wurde, ging es für mich schon am Sonntag, den 15. Oktober 2023, los. Nach mehreren Flügen, von Bremen über München nach Chicago und dann nach Fort Wayne wurde ich von meinem Kollegen Eike am Flughafen in Fort Wayne abgeholt. Auf dem Rückweg sind wir direkt zu dem Gelände gefahren, um meinen Wagen entgegenzunehmen – einen Ford F-150 Pick-up. Mit diesem konnte ich dann direkt zu meiner Unterkunft nach Wabash fahren.
Wabash ist eine Kleinstadt im Bundesstaat Indiana mit knapp 10.000 Einwohnern und liegt etwa 3 Stunden südlich von Chicago entfernt. Dort hatte ich mitten in der Innenstadt mein eigenes Apartment. Dies war ideal, denn somit konnte ich zu Fuß zum Fitnessstudio YMCA gehen und wurde in der Zeit zum Stammkunden von „Modocs“, einem Café direkt bei mir an der Ecke.
Das amerikanische Geschäftsleben
An meinem ersten Arbeitstag lernte ich bereits fast alle Kolleginnen und Kollegen kennen. Außerdem habe ich meinen eigenen Arbeitsplatz in einem der „Cubicles“, also eine Kabine bekommen, die typisch für amerikanische Büros sind. Dort saß ich zusammen mit meinen beiden Kollegen aus dem Kundencenter, Derrick und Ryan. Aufgrund dessen habe ich auch viel aus dem amerikanischen Tagesgeschäft mitbekommen.
Durch einen späteren Rundgang wurde auch erst erkennbar, wie groß das Gelände und damit einhergehend der Aufgabenbereich ist. Vor Ort durfte ich auch ein großes Projekt begleiten. Ich sollte als Schnittstelle zwischen Deutschland und den USA fungieren, um den eigenen Katalog ab 2024 zu realisieren. Dabei arbeitete ich in den USA mit dem Geschäftsführer Brad und in Deutschland mit den Marketingmanagern Gerald und Vanessa zusammen, mit denen ich in einem regelmäßigen Austausch stand. Dadurch, dass der alte Katalog einen anderen Aufbau hatte, war es zum Anfang eine Herausforderung, diesen auf eine einheitliche GRANIT Struktur zu übertragen und die Daten so zu schlüsseln, wie es bisher in Deutschland gehandhabt wurde.
Im weiteren Verlauf mussten dann die Preise neu angepasst und neue Bilder erstellt und bearbeitet werden. Dieses Projekt war sehr lehrreich, denn es mussten viele Faktoren berücksichtigt werden. Später gab es noch eine neue Praktikantin vor Ort, die ich mit in das Vorhaben integrieren konnte. Doch auch außerhalb des Projektes konnte ich am Geschäftsleben teilnehmen. In meiner letzten Woche war ich bei mehreren Lieferantengesprächen dabei und habe in der Zeit auch einige Außendienstmitarbeiter kennengelernt. Dabei stellte sich sogar heraus, dass einer von ihnen kürzlich sogar in Deutschland gewesen war – da merkte man wieder, wie klein die Welt doch eigentlich ist…
Fast Food and Fun with guns?
So oder so ähnlich stellt man sich das Leben in den USA vor. Und in Teilen sind dies nicht nur Klischees, denn an meinem ersten Wochenende durfte ich bereits bei einem NFL-Footballspiel der Indianapolis Colts vs. Cleveland Browns dabei sein. Die Stimmung war überwältigend und die Pre-Party im Stadion mit verschiedenen DJs und vielen Essensständen kannte ich so bisher nicht aus Deutschland.
Auch die anstehenden Feiertage, wie Halloween und Thanksgiving, durfte ich natürlich nicht verpassen. Eike und ich wurden bei dem lokalen Sheriff eingeladen und konnten mit seiner Familie zusammen das Erntedankfest feiern. Dabei gab es eine große Auswahl an typischen Gerichten, wie Truthahn, Grüner-Bohnen-Auflauf und verschiedenen Kuchen. Auch einen Tag später feierte ich Thanksgiving erneut bei einer Kollegin zusammen mit ihrer Familie. An einem weiteren Wochenende bin ich mit meinem Kollegen Ryan nach Shipshewana gefahren. Dies ist ein Ort, an dem viele amishe Menschen leben und ihre selbstgemachten Produkte verkaufen. Dort hat uns auch ein amisher Mann mit seiner Kutsche mitgenommen und etwas über sein Leben dort erzählt.
Doch nicht nur das Leben der amishen Glaubensgemeinschaft war interessant zu sehen. Gerade im Bundesstaat Indiana ist die Bevölkerung sehr religiös. Da ich mich vollkommen auf das Leben in den Staaten einlassen wollte, bin ich schon am Anfang meiner Zeit dort mit einem Freund und seiner Familie in die Kirche gegangen und habe in meiner letzten Woche eine Freundin besucht, die für junge Leute eine „Bible Lesson“ abgehalten hat. Dies war natürlich im ersten Moment ungewohnt, aber ich empfand es als spannende Erfahrung, um eben auch die Leute vor Ort besser verstehen zu können. Im Kontrast dazu habe ich mit einem befreundeten State Trooper (Staatspolizei) das Schießen ausprobiert. Ich muss zugeben, dass ich das Schießen absolut unterschätzt habe und nicht gedacht hätte, dass dort hinter einer 9 mm Handwaffe so viel Kraft sitzt. Letztendlich hat das aber auch echt Spaß gemacht. Grundsätzlich habe ich an jedem Wochenende etwas mit meinen Freunden oder Kollegen unternommen. Auch mein Ziel, alle Fastfood-Ketten in der Stadt auszuprobieren, habe ich natürlich erreicht.
Goodbye Midwest: Hello Sunshine
Die Zeit ist leider viel zu schnell vergangen. Am 15. Dezember hieß es für mich Abschied nehmen! Das ganze Team von GRANIT/CFC hatte dafür ein Treffen mit allen Kollegen vorbereitet und Donuts und andere amerikanische Süßwaren organisiert. Ich habe in der Zeit eine tolle Bindung zu den Menschen vor Ort aufgebaut, da sie es mir mithilfe ihrer Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft sehr erleichtert haben, mich zu integrieren. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, an dem Projekt zu arbeiten und ich schaue wehmütig auf diese erfahrungsreiche Zeit zurück. Doch zumindest habe ich schon eine Einladung zum 21. Geburtstag von Ryan im Februar 2025 erhalten – mal schauen, ob ich es so schnell schaffe, wieder zurück in die Staaten zu kommen.
Diese Zeit hat mich sowohl beruflich als auch persönlich enorm geprägt und weitergebracht. Nach einem anschließenden Urlaub auf der Insel Jamaika und Silvester in Miami bin ich im Januar wieder in Deutschland gelandet und konnte ein paar Tage später direkt mein 3. Semester an der Nordakademie in Elmshorn beginnen.
Hiermit möchte ich mich auch nochmal für die enorme Unterstützung bedanken! Ich kann jedem nur mit Nachdruck zu einer Auslandsphase raten. Wenn ihr nach diesem Beitrag auch Lust auf praktische Auslandserfahrungen habt, könnt Ihr Euch gerne bei der Personalabteilung der FRICKE-Gruppe melden und Euch für eine Ausbildung oder ein Duales Studium bewerben.
Auch unser Kollege Christian konnte seine Praxisphase bei dem neuen GRANIT Standort in den USA verbringen und hat dabei ebenfalls einzigartige Erfahrungen sammeln dürfen. Hier gelangt ihr zu dem Blogbeitrag über sein Aufenthalt.