Schlagwort: Abteilungen

  • Von der Idee zur Eigenmarke

    Von der Idee zur Eigenmarke

    GRANIT PARTS zeichnet sich durch ein riesiges Sortiment aus. Über 14 Millionen Artikel sind im Onlineshop zu finden, darunter Originalteile, Erstausrüsterware sowie sogenannte Eigenmarken. Zu den Eigenmarken zählen zum Beispiel ROTARO, TRAXOR, PROBOSS oder ENDURANCE CARBIDE. Die Entwicklung einer solchen Eigenmarke bis hin zum Verkauf ist umfassender als so mancher denken mag.

    Was ist eine Eigenmarke eigentlich?

    Stefanie aus dem Marketing ist zuständig für den Bereich Private Brand Design & Print-Marketing und kennt sich bestens mit der Entwicklung von Eigenmarken aus. Sie beschreibt eine Eigenmarke als hochwertigen Produktbereich, der in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern entsteht. Die Produkte einer Eigenmarke erfüllen hohe Qualitätsansprüche, stehen etablierten Herstellermarken in nichts nach und überzeugen durch einen eingetragenen Markennamen, ein markentypisches Design sowie eine Verpackung mit eigenem Logo.

    Um herauszufinden, für welches Produkt eine Eigenmarke entwickelt werden soll, arbeiten verschiedene Abteilungen zusammen: Der Vertrieb, welcher in direktem Kontakt mit Kunden steht, kennt deren Interessen und Präferenzen. Das Productmanagement kann anhand von Umsatzzahlen und Sortimentslücken Potenziale erkennen. Nachdem sich die Abteilungen ausgetauscht und auf einen Produktbereich für die Entwicklung einer Eigenmarke geeinigt haben, wird das Marketing herangezogen. Die Kollegen dieser Abteilung kümmern sich um markenrechtliche Fragen und die Markteinführung, außerdem beschäftigen sie sich mit der Kommunikation nach außen, sei es beispielsweise Werbung.

    Die Entwicklung beginnt

    Bei der Entwicklung einer Eigenmarke beginnt alles mit einem Anforderungskatalog, der an mehrere potenzielle Hersteller der neuen Produkte gesendet wird. Darin enthalten sind bevorzugte Materialen, die gewünschte Qualität und viele weitere Eckpunkte. Die letztliche Auswahl für einen Hersteller der Eigenmarke fällt dann unter anderem je nach Umsetzung, Preis, Lieferzeit und natürlich nach Qualität der anhand der Anforderungen entwickelten Prototypen.

    Sobald die Produktion beginnt, wird sie regelmäßig von Kollegen aus dem Productmanagement oder des internationalen Einkaufsbüros besucht und begutachtet. Sollte an den Produkten ein Mangel festgestellt werden, sucht man sofort nach Lösungsmöglichkeiten. Das Produkt wird daraufhin überarbeitet und der Prozess beginnt von vorne bis das finale Produkt vorliegt.

    Die einzelnen Komponenten einer ROATARO Gelenkwelle

    Die Namensgebung – ein langwieriger Prozess

    Schon zu Beginn des Prozesses beginnt das Marketing, parallel an der Namensfindung sowie am Branding zu arbeiten. Die Namensfindung ist ein zeitaufwändiger Prozess. Bei der Wahl eines Namens ist es zunächst wichtig ihn kurz und einfach zu halten. Er soll außerdem in allen Sprachen nutzbar sein und wird oft von einem zusammenhängenden Wort abgeleitet. ROTARO klingt zum Beispiel ähnlich wie „rotieren“, ein grundlegender Vorgang in einer Gelenkwelle. Marktforschung hat zum Beispiel außerdem ergeben, dass das Nutzen der Buchstaben X oder R den Namen und damit das Produkt stärker erscheinen lassen. Anhand dieser Anhaltspunkte lassen sich schon einige Namenvorschläge entwickeln.

    Nach der Einigung auf einen Namen werden Anwälte eingeschaltet, um die Marke zu schützen. Erst wenn ein Name gewählt, eingetragen und geschützt ist, kann man sich an die Gestaltung von Logos, Icons oder Slogans machen.

    ROTARO – höchster Anspruch an die neuen Produkte

    Die Entwicklung der Eigenmarke ROTARO begann schon im Jahr 2020. Der Vorschlag konnte zuvor mit seinem großen Potenzial überzeugen.

    Was ist eine Gelenkwelle?

    Eine Gelenkwelle wird hinten am Schlepper angeschlossen und verbindet diesen mit dem dahinter gespannten Arbeitsgerät. So wird das Arbeitsgerät mit Energie vom Schleppermotor versorgt und angetrieben.

    Maurice aus dem Productmanagement war maßgeblich an der Entwicklung dieser Eigenmarke beteiligt und berichtet, dass bei der Arbeit an den Produkten viele Versionen getestet werden müssen, bevor sie den hohen Ansprüchen gerecht werden. Doch hohe Ziele verlangen auch viel Anstrengung. Und so konnte im Januar 2022 in Zusammenarbeit mit der Uni Bremen ein hochwertiger ROTARO Prototyp vorgezeigt und einem besonderen, abschließenden Test in Heeslingen unterzogen werden. Bei diesem wurden erneut alle Materialien auf Härte und Beständigkeit sowie die Gelenkwelle unter Anwendung am Schlepper getestet. Die Gelenkwelle wurde dabei einer Überbelastung ausgesetzt und dahingehend auf Herz und Nieren geprüft und mit Wettbewerbsprodukten verglichen.

    Testaufbau der Gelenkwelle am Schlepper, angeschlossen an einen Widerstand

    Verpackung und Logo werden entworfen

    Neben Material und Qualität spielen natürlich auch die Farbe und das Design eine Rolle. Mit diesen Punkten beschäftigt sich das Marketing. Es geht um das Designen einer Verpackung, die durch eine Illustration auf der Außenseite bereits eine Vorschau des Produkts bietet. Da die Qualität des Packagings viel über das Produkt aussagt, muss auch hier auf Hochwertigkeit geachtet werden. Nach vollständiger Ausarbeitung einer Verpackung wird dem Hersteller ein sogenanntes Manual zugestellt – ein Handbuch mit dem er das gewünschte Packaging genau den Wünschen entsprechend herstellen kann.

    Darüber hinaus muss sich das Marketing mit der Entwicklung eines Logos beschäftigen. Die Eckpunkte, nach denen man sich dabei richtet, sind insbesondere Leserlichkeit, Farbgebung und ganz grundsätzlich die Umsetzbarkeit der Verpackung oder des Labels seitens des Herstellers. Es müssen außerdem auch ein paar Schritte vorausgedacht werden: Wo soll sich das Logo später auf der Verpackung befinden? Ist das Logo gut in Werbung einzubinden? Passt es auf Angebotsvorlagen?

    Logo, Icons, Slogan und Name müssen dabei zum Design des restlichen Sortiments passen, sodass ein stimmiges Gesamtbild des Warenangebots entsteht. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, existiert ein Produktbereich mit eigenem Namen, herausstechendem Design und hohem Qualitätsstandard.

    Verschiedene Varianten des ROTARO Logos

    Markteinführung: „Das haben wir entwickelt!“

    Sobald die Eigenmarke mitsamt ihrem Logo und der Verpackung fertiggestellt wurde, ist der nächste Schritt die Markteinführung. Dem Kunden muss gezeigt werden: „Das haben wir entwickelt!“ Fotoshootings der Produkte finden statt, Broschüren und Produktaufsteller werden entwickelt und auch Schulungen für Mitarbeitende dürfen nicht fehlen. Ein Slogan, der dem Kunden im Kopf bleibt, ist ebenfalls wichtig: Bei ROTARO hat man sich für „Power to perform“ entschieden – einprägsam und aussagekräftig.
    Außerdem erstellte man für ROTARO eine eigene Landingpage im Webshop und es wurden hochwertige Werbegeschenke entwickelt, um die Qualität der beworbenen Produkte zu unterstreichen.

    Schließlich findet noch eine Preissegmentierung statt und die ersten Bestellungen beim Lieferanten werden aufgegeben. Natürlich müssen die bestellten Produkte später auch gelagert werden – hier kommt es auf die Absprache mit der Logistik an. Es gilt zu klären, in welcher Form die Ware angeliefert werden soll, wie viel Kapazität zum Lagern existiert und wo die Artikel gelagert werden sollen.
    Sind diese Schritte erledigt, kann der Verkauf beginnen.

    Der Weg bis zur Eigenmarke ist nicht immer einfach, immer aufs Neue müssen Lösungen für verschiedene Probleme gefunden werden. Es gibt vieles zu beachten, oftmals auch Kleinigkeiten mit großer Relevanz für den Prozess. Außerdem ist beinahe das gesamte Unternehmen in die Entwicklung der Eigenmarke eingebunden. Bei so einem Prozess ist Durchhaltevermögen gefragt – eine Fähigkeit, die unsere Kollegen zu meistern wissen.

    Auch die Eigenmarke PROBOSS hat eine spannende Entstehungsgeschichte. Um mehr über die Entwicklung der hauseigenen Schleppersitze zu erfahren, könnt ihr euch den Beitrag von Leona durchlesen.

  • Ein neuer Kollege – künstliche Intelligenz im Vertriebsinnendienst

    Ein neuer Kollege – künstliche Intelligenz im Vertriebsinnendienst

    „Die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden“, so beschreibt Silvan Schenk, der den Vertriebsinnendienst mit verantwortet, seine Abteilung. Eine Abteilung, die vielseitiger gar nicht sein könnte. Und das kommt nicht von ungefähr: Hinter dem Vertriebsinnendienst verbergen sich insgesamt sechzehn verschiedene Divisionen, in denen Spezialisten auf ihrem Gebiet sitzen. Seien es Fragen zu Ersatzteilen aus der Schleppertechnik, aus der Hydraulik oder aus der Werkstattausrüstung – hier findet man in jedem Fall eine Antwort.

    Eine Abteilung, zahlreiche Standorte

    Nicht nur die Divisionen des Vertriebsinnendienstes, auch die Orte, auf die sich die Abteilung verteilt, sind mittlerweile zahlreich. An jedem der folgenden Standorte befinden sich Büros mit zuständigen Kollegen aus den beschriebenen Divisionen. Da wäre beispielsweise Harsefeld, wo sich unter anderem Kollegen aus dem First Level Support auf generelle Fragen rund um die Bestellung konzentrieren. In Bremen findet man Antworten auf Fragen zu Ersatzteilen im Bereich Antriebstechnik und Nutzfahrzeuge, in Euskirchen dreht sich alles um Garten & Forst, so auch in Hövelhof. Dort geht es aber darüber hinaus auch noch um Themen rund um Baumaschinen-, Gülle- und Nutzfahrzeugtechnik. Ganz zu schweigen von den Standorten Hamminkeln, Hemmoor und Heeslingen, die eine breite Sparte an Divisionen abdecken. Insgesamt stehen 55 Mitarbeitende in Voll- und Teilzeit unseren Kunden durch den First Level Support zur Seite.

    Viel zu tun – Viele Möglichkeiten

    Es wird in Ersatzteilfragen beraten, es werden Reklamationen und Bestellungen aufgenommen, Angebote geschrieben sowie Stornierungen und Preis- oder Lieferzeitanfragen bearbeitet. Ein breites Feld an Aufgaben, für das es auch ein genauso breites Feld an Möglichkeiten gibt, wie die verschiedenen Anfragen an den Vertriebsinnendienst gerichtet werden können. Da wäre natürlich das Telefon, das im Innendienst wohl kaum eine Sekunde stillsteht. Außerdem gibt es das Programm „Novomind“, welches verschiedene Kommunikationskanäle, wie Mail oder Webshop-Anfragen in sich integriert und je nach Thema der Anfrage an die richtige Division routet. Als Teil von Novomind existiert auch ein Chatkanal, mit dem die Kunden über WhatsApp oder den Live-Chat im Webshop mit den verschiedenen Divisionen in Kontakt treten und somit sogar live „texten“ können.

    Der Live-Chat ermöglicht einen schnellen Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Kunden.

    Damit haben die Mitarbeitenden des Vertriebsinnendienstes auch schon alle Hände voll zu tun. Das zeichnet sich auch an den durchschnittlichen Zahlen des letzten Jahres ab: Pro Tag wurden durchschnittlich ca. 2.000 Telefonate bearbeitet. Dazu kommen ca. 1.500 Mails und ca. 150 Chats täglich.

    Künstliche Intelligenz als neue Unterstützung

    Um dieses enorme Pensum zu schaffen, ist die Idee, dass den Mitarbeitenden dieser Abteilung bei der Bearbeitung zukünftig ein ganz neuer Kollege zur Seite steht: Eine künstliche Intelligenz, die in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen soll.

    Im Rahmen dieses Projektes wird sich besonders auf die schriftliche Anfragenbearbeitung mit Hilfe von künstlicher Intelligenz konzentriert. Neben dem bereits existierenden automatischen Routing der Anfragen an die richtige Division ist es geplant, die KI mit bereits gestellten Anfragen und deren Antworten zu „speisen“. Wenn also eine neue Anfrage im Postfach des Vertriebsinnendienstes eintrifft, prüft die KI im ersten Schritt, ob eine solche Frage bereits in der Vergangenheit gestellt wurde und sucht in dem „Topf“ an Informationen, die ihr bereitgestellt wurden. Gibt es einen Treffer, legt die künstliche Intelligenz dem Mitarbeiter des Innendienstes neben der bereits bestehenden Frage einen Antwortvorschlag vor, der sich an der schon bearbeiteten Anfrage und dessen Antwort orientieren kann. Mit diesem Vorschlag kann dann weitergearbeitet werden.

    Der sogenannte KI-Assistent soll außerdem Anfragen zusammenfassen und Keywords erfassen, mit denen es möglich sein soll, sich in nur kurzer Zeit einen Überblick über die Anfrage zu verschaffen, während die Voll-AI ganz eigenständig mit Kunden in Kontakt tritt. Letztere kann beispielsweise mit FAQ´s und AGB´s gespeist werden. Sobald eine Anfrage an den Vertriebsinnendienst gestellt wird, die diese Themen betrifft, bildet die AI aus den ihr vorliegenden Informationen eine Antwort und sendet diese eigenständig an den Kunden. Hierzu dient als Kundenkanal ein sogenannter Chatbot, der dem Kunden Fragen aus dem First-Level-Support eigenständig beantworten kann.

    Entlastung der Mitarbeitenden

    Der Hintergedanke der KI-Einführung soll ganz im Sinne der Mitarbeitenden im Vertriebsinnendienst geschehen: Es gehe um Zeit- sowie Aufwandsersparnis, erklärt Silvan. Die Bearbeitung von mehreren Anfragen, die sich im Inhalt gleichen, soll vermieden werden. Außerdem sollen die Mitarbeitenden zukünftig bestenfalls auch bei der Suche der richtigen Ersatzteile unterstützt werden: insofern, dass die KI in nur wenigen Sekunden Ersatzteilvorschläge liefert und der Spezialist im Innendienst diese verifizieren und dem Kunden nach Prüfung zur Verfügung stellen kann.

    Schneller suchen und finden: Die KI soll im Vertriebsinnendienst als Unterstützung dienen.

    Persönlicher Kontakt bleibt bestehen

    Hinter einer KI steckt aber auch nach reichlich technischem Fortschritt natürlich kein Mensch, der die Stimmung eines Kunden am Telefon einschätzen kann und keine Person, die in der Lage ist Zwischenmenschlichkeit zu zeigen. Deswegen wird der persönliche Kontakt auch nach Einführung der KI im gleichen Umfang bestehen bleiben, wie es heute der Fall ist. Aktuell ist die künstliche Intelligenz auch noch nicht weit genug entwickelt, als dass man sie mit den Kunden „allein lassen kann“. Hierzu fehlen die Erfahrung und das nötige Fachwissen im Umgang mit den Kunden, welches den Mitarbeitenden im Innendienst im Blut liegt.

    Aus diesem Grund soll dieser neue Kollege zuerst einmal nur im First-Level-Support eingesetzt werden. Selbst die Annahme von einfachen Reklamationen oder Auskunft über Preis- und Lieferzeitanfragen läge noch weit in der Zukunft, verrät uns Silvan.

    Es wird also noch einige Zeit dauern bis uns vielleicht K.I.T.T´s Stimme am Telefon nach der Kundennummer fragt oder einem die gewünschten Ersatzteile vorschlägt. Doch auch der Vertriebsinnendienst geht mit der Zeit und diese Neuerung soll die Anfragenbearbeitung deutlich modernisieren und Abläufe vereinfachen.